Deutsch-estnische Zusammenarbeit in den Folgejahren des Ersten Weltkrieges. Seminar eines jungen Wissenschaftlers aus Deutschland 10.04.2025

Lektor

Robert Samuel Langner
M.Litt. (University of Glasgow), M.A.
Externer Doktorand
Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg
Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften

“Die deutsch-estnischen Beziehungen in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg waren vielschichtig und von teils widersprüchlichen Interessen geprägt. Während die deutschen Akteure – von militärischen Interventionen bis hin zu diplomatischen Bemühungen – zwischen staatlichen Interessen und individuellen Bestrebungen schwankten, befand sich Estland in einem Ringen um nationale Souveränität. Die deutsche Präsenz war dabei sowohl Unterstützung im Kampf gegen die Bolschewiki als auch ein Hindernis für die Unabhängigkeit Estlands.

Ein besonderer Fokus des Vortrags liegt auf den gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen dieser Zeit. Die Deutschbalten, einst privilegierte Elite, mussten sich in der neuen estnischen Gesellschaft neu positionieren – ein Prozess, der nicht ohne Spannungen verlief. Gleichzeitig wirkten sich geopolitische Entwicklungen, insbesondere der russische Bürgerkrieg, die Intervention westlicher Mächte und die finnische Unterstützung, auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Estland aus.

Neben diplomatischen Aspekten beleuchtet der Vortrag auch die ideologischen Spannungen jener Zeit: Nationalismus, Bolschewismus und konservativ-reaktionäre Strömungen prägten nicht nur die politische Entwicklung Estlands, sondern auch die Wahrnehmung und Strategien der deutschen Akteure.

Der Vortrag bietet eine neue Perspektive auf diese komplexe Phase der deutsch-estnischen Geschichte und zeigt, wie eng verwoben politische, gesellschaftliche und kulturelle Prozesse in dieser Zeit waren.”

Programm:

1. Begrüßung und Einleitung

2. Historischer Kontext: Europa nach dem Ersten Weltkrieg

3. Die deutsch-estnischen Beziehungen 1918–1921

3.1. Die deutsche Besatzung und die Proklamation der estnischen Unabhängigkeit

3.2. Das Estnische Freiheitsstreben und die Rolle der Freikorps

3.3. Diplomatie und Anerkennung der estnischen Unabhängigkeit

4. Gesellschaftliche und kulturelle Dimensionen

4.1. Die deutsch-baltische Minderheit in Estland

4.2. Einfluss gesellschaftlicher Gruppen und Ideologien

4.3. Deutsch-estnische kulturelle Zusammenarbeit

5. Einbettung in den nordeuropäischen Kontext

5.1. Estnisch-finnische Beziehungen und die deutsche Perspektive

5.2. Westliche Mächte und die Stabilisierung des Baltikums 5.3. Die Rolle des russischen Bürgerkriegs

6. Fazit und Ausblick

7. Diskussion (30 Minuten)

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